Wie werde ich Steuerberater?

Zulassungsvoraussetzungen und Ablauf der Prüfung

Viele, die mit dem Gedanken spielen, Steuerberater zu werden, fragen sich wie das eigentlich geht, was man alles beachten muss usw. Wir möchten Ihnen hiermit einen kurzen Überblick über den Weg zum Steuerberater geben, beginnend mit einer schematischen Darstellung:

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1. Zulassungsvoraussetzung
Steuerberater kann nur werden, wer eine Prüfung (sog. Steuerberaterprüfung) besteht. Vor Ablegen dieser Prüfung muss eine berufspraktische Erfahrung im steuerlichen Bereich nachgewiesen werden, d. h. man muss eine gewisse Zeit im steuerlichen Bereich beruflich tätig gewesen sein. Die Dauer, wie lange man vor dem Ablegen der Prüfung beruflich tätig sein muss, beträgt zwischen zwei und zehn Jahren und richtet sich nach der Vorbildung (siehe obiges Schema). Gerechnet wird von der Aufnahme der beruflichen Tätigkeit (Einstellung laut Arbeitsvertrag maßgeblich) im steuerlichen Bereich bis zum Beginn der schriftlichen Prüfung. Die berufspraktische Zeit kann frühestens mit Abschluss des Studiums oder der Ausbildung beginnen.

2. Zulassung
Die Teilnahme an den Prüfungen muss schriftlich beantragt werden. Der Antrag ist grundsätzlich an die zuständige Steuerberaterkammer zu richten. In Baden-Württemberg wurde eine gemeinsame Stelle der Steuerberaterkammern zur Verwaltung und Durchführung der Prüfung geschaffen (http://www.steuerberaterpruefung-bw.de). Auf deren Homepage finden sich auch die Vordrucke zur Prüfungszulassung.

Die Zulassung muss grundsätzlich bis Ende April des Prüfungsjahres beantragt werden. Achten Sie darauf, dass Sie die Unterlagen für den Antrag (Zeugnisse, Bescheinigung über berufspraktische Zeit) frühzeitig zusammenstellen.

Sollten bezüglich der Zulassung Fragen bestehen, so unterstützen wir unsere Kursteilnehmer gerne mit Rat und Tat hierbei.

3. Vorbereitung auf die schriftliche Steuerberaterprüfung
Liegen die Zulassungsvoraussetzungen vor, beginnt die eigentliche Arbeit, nämlich die Vorbereitung auf die schriftliche Steuerberaterprüfung.

Im Rahmen der schriftlichen Prüfung werden aus nahezu allen steuerlichen Bereichen Problemstellungen abgeprüft. Bestehen kann man diese Prüfung nur, wenn man sich zuvor umfangreiches Fachwissen und eine entsprechende Klausurtechnik aneignet.

In welcher Form (Präsenzkurs, kurzer Crash-Kurs, Fernkurs) man sich dieses Wissen aneignet bleibt grundsätzlich jedem Teilnehmer selbst überlassen. Unserer Erfahrung nach ist eine sinnvolle und erfolgversprechende Vorbereitung jedoch nur in einem Wochenend-Präsenzkurs möglich, welcher sich über einen Zeitraum von rund zehn Monaten erstreckt. Durch den persönlichen Kontakt zum Dozenten in einer kleinen Vorbereitungsgruppe und ständigem Austausch mit seinen Mitstreitern kann eine optimale Vorbereitung gewährleistet werden. Abgerundet wird diese Vorbereitung durch unseren Intensivkurs, indem das Fachwissens in besonderen Schwerpunktbereichen nochmals vertieft wird.

Begleitet wird die gesamte Vorbereitung durch ständiges Klausurschreiben, sodass man sukzessive auf das echte Prüfungsniveau gebracht wird. Dieser Teil der Vorbereitung ist für uns von besonderer Bedeutung, da man nur durch viele praktische Übungen die letztliche Prüfung bestehen kann.

Zum Abschluss der Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung veranstalten wir zwei Klausurwochen, in denen Sie insgesamt vier echte Prüfungsrunden simulieren. Die Klausuren werden noch am gleichen Tag korrigiert.

Durch diese Art der Vorbereitung wird eine gründliche Wissensvermittlung gewährleistet und durch eine Vielzahl von Übungen die Klausurtechnik erarbeitet, sodass Sie am Ende optimal für die echte Prüfung vorberietet sind; dies wird auch durch unsere Erfolgsquoten von durchschnittlich über 72,5 % seit 1994 deutlich.

4. Die schriftliche Steuerberaterprüfung
Die Prüfung findet immer bundeseinheitlich Anfang Oktober von Dienstag bis Donnerstag statt. An jedem dieser drei Tage wird eine schriftliche Klausur von jeweils 6 Stunden (jeweils von 9 bis 15 Uhr) Zeitdauer gestellt. Der erste Tag besteht üblicherweise aus AO, Umsatzsteuer und Erbschaftsteuer, der zweite Tag befasst sich mit Ertragsteuer (Einkommensteuer, meist auch Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und internationales Steuerrecht) und der dritte Tag schließt mit dem Bereich Bilanzierung (meist auch in Verbindung mit Personengesellschaften und / oder Körperschaften) ab.

Der schriftliche Teil der Prüfung kann durchaus als anspruchsvoll gewertet werden. Letztlich wird dies auch dadurch deutlich, dass nur rund 55% der Teilnehmer die Prüfung besteht, so zumindest die offizielle Statistik. Faktisch ist die Zahl der „Nichtbesteher“ noch höher, da im Normalfall rund 20% der angetretenen Prüflinge die Prüfung letztlich nicht abgeben und damit nicht gewertet werden. Grund hierfür ist meist, dass man die Prüfung maximal dreimal schreiben darf und im Falle einer Nichtabgabe dies nicht als Prüfungsversuch gilt.

Alles in allem bestehen damit weniger als die Hälfte derjenigen, die die Prüfung am ersten Tag beginnen, diese auch tatsächlich. Dies macht deutlich wie wichtig eine gute Vorbereitung auf diese Prüfung ist. Denn durch eine gute Vorbereitung wird die Erfolgschance deutlich erhöht.

Erreicht man im Schnitt dieser drei Klausuren 4,5 oder besser (Notenskala von 1,0 bis 6,0), so ist man damit zur mündlichen Prüfung zugelassen. Die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung werden in Baden-Württemberg üblicherweise Ende Dezember des Prüfungsjahres an die Prüfungsteilnehmer versendet - meist rechtzeitig zum Weihnachtsfest. In anderen Bundesländern kann die Versendung auch erst im Januar erfolgen.

5. Vorbereitung auf die mündliche Prüfung
Um auch die mündliche Prüfung gut zu bestehen muss erneut Fachwissen erworben werden. Außerdem gilt es zu lernen, wie man einen Kurzvortrag (dieser ist Teil der mündlichen Prüfung) vorbereitet und hält.

Auf diese Prüfung kann man sich am effektivsten erneut durch einen Präsenzkurs vorbereiten. Hierzu vermitteln wir Ihnen an sechs Tagen den für die Prüfung benötigten Stoff. Außerdem ist ein weiterer Simulationstag eingeplant, in dem wir mit Ihnen eine Prüfung simulieren und Ihnen praktische Tipps zu Ihrer Vortragsweise vermitteln. Damit sind Sie auch für den zweiten Teil Ihrer Prüfung gut vorbereitet.

6. Die mündliche Prüfung
Diese findet zu Beginn des Jahres nach der schriftlichen Prüfung statt. Hier werden normalerweise vier Teilnehmer gleichzeitig geprüft. Die Prüfung umfasst einen zehnminütigen Kurzvortrag, den man in 30 Miunten vorbereiten muss, und anschließend eine Fragerunde, in denen eine im Normalfall sechsköpfige Prüfungskommission nochmals steuerrechtliche Themen (meist aktuelle Fragestellungen des Steuerrechts), aber auch sonstigen Themen wie BWL, VWL, Zivilrecht und Berufsrecht und ähnliches abprüft.

Das Ergebnis der mündlichen Prüfung ist gleichwertig zum Ergebnis der schriftlichen Prüfung. Wer insgesamt aus beiden Prüfungen einen Schnitt von 4,15 oder besser erreicht, besteht die Prüfung und kann im Anschluss zum Steuerberater bestellt werden.

7. Bestellung zum Steuerberater
Nach Abschluss der Prüfung erfolgt der Lohn für die ganze Arbeit: Sie werden - wenn alle sonstigen Voraussetzungen gegeben sind - zum Steuerberater bestellt, dürfen diesen Titel führen und eine entsprechende berufliche Tätigkeit ausüben.

Der Weg hierhin ist nicht einfach, aber machbar. Eine gute Vorbereitung ist jedoch das A und O für das erfolgreiche Bestehen.

Wir hoffen Ihnen hiermit einen kurzen Überblick über den Weg zum Steuerberater gegeben zu haben. Sollten Sie sich für eine Vorbereitung in unserem Hause entscheiden versprechen wir Ihnen, dass wir Sie bestmöglich auf die Prüfungen vorbereiten werden. Wir würden uns freuen, wenn wir Sie bald persönlich bei uns begrüßen dürfen.